NATO hat bösen Verdacht nach Türkei-Angriff – plötzlich wechseln USA die Strategie

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News zum Iran-Krieg im Ticker: Die USA wollen ihre Angriffsstrategie anpassen. Pistorius erteilt einem Kriegseintritt eine klar Absage.

Update, 22:08 Uhr: Kurdische Kräfte haben laut dem israelischen Nachrichtenportal i24 News eine Bodenoffensive gegen das iranische Regime gestartet. Ein iranisch-kurdischer Vertreter sagte i24 News, tausende kurdische Kämpfer hätten bereits am Montag Gefechtspositionen auf iranischem Staatsgebiet bezogen. Iranische Truppen hätten nach Angaben des Vertreters bereits die Stadt Marivan an der Grenze zum Irak evakuiert, um Verteidigungslinien im Hinterland zu errichten.

Die Offensive soll sich gegen die Führung in Teheran richten. Eine unabhängige Bestätigung steht bislang aus, weder aus Bagdad noch aus Teheran gab es zunächst offizielle Reaktionen. Im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg hatte CNN zuvor berichtet, die CIA arbeite daran, kurdische Kräfte zu bewaffnen, um einen Volksaufstand gegen das Regime anzustoßen.

Iran-Krieg aktuell: Hisbollah-Chef kündigt „Widerstand bis an die äußersten Grenzen“ an

Update, 21:37 Uhr: Hisbollah-Chef Naim Kassim hat in einer Fernsehansprache die Kampfentschlossenheit seiner Organisation bekräftigt. „Unsere Entscheidung ist Konfrontation und Widerstand bis an die äußersten Grenzen“, sagte Kassim. Israel sei seiner Einschätzung nach eine „existentielle Bedrohung“ für die Hisbollah, den Libanon und die gesamte Region.

Ein israelischer Armeesprecher erklärte wiederum am Abend, die Hisbollah habe sich für einen Krieg mit Israel entschieden. Seinen Angaben zufolge hat der Iran die Miliz massiv unter Druck gesetzt, in den Konflikt einzugreifen. Die Hisbollah stelle iranische Interessen über das Wohl der libanesischen Zivilbevölkerung, sagte der Sprecher. Die im Libanon ansässige Hisbollah gehört zu dem vom Iran gesteuerten Milizbündnis „Achse des Widerstands“.

Update, 20:16 Uhr: Analysten des Europäischen Auswärtigen Dienstes gehen aktuell nicht davon aus, dass der Iran-Krieg zu einem Sturz des Regimes führen wird. Das geht aus dem vertraulichen Protokoll einer Sitzung am Dienstag hervor, das dem Spiegel vorliegt. Es erscheine „wahrscheinlich“, dass das Regime in Teheran sich „als Zentralregierung halten werde“. Die Einschätzung ist Teil einer Unterrichtung des sogenannten EU Intelligence Analysis Centre (INTCEN) mit Sitz in Brüssel.

USA wollen Iran-Strategie anpassen

Update, 19:33 Uhr: Strategiewechsel im Iran-Krieg? Das US-Militär will laut US-Generalstabschef Dan Caine künftig auf Präzisionsschläge wechseln und von Angriffen mit Fernkampfwaffen abweichen. Das erklärte Caine auf einer Pressekonferenz in Washington. So könne die Armee auch tiefer in iranisches Territorium eindringen. Dabei könnten auch sogenannte AGM-114 Hellfire-Raketen zum Einsatz kommen, berichtet ntv. Dabei handelt es sich um Luft-Boden-Raketen (Verfolgungsraketen) zur Panzerabwehr.

Iran-Krieg aktuell: Pistorius stellt klar – „Deutschland ist nicht Kriegspartei“

Update, 18:43 Uhr: Keine Kriegsteilnahme und Kritik an den USA und Israel: Verteidigungsminister Boris Pistorius hat eine Beteiligung Deutschlands am Iran-Krieg ausgeschlossen und eine fehlende „Exit-Strategie“ für die Region bemängelt. „Deutschland wird sich an diesem Krieg nicht beteiligen“, sagte Pistorius im Bundestag. In einer Aktuellen Stunde zu dem Konflikt im Parlament ging es auch um die völkerrechtliche Bewertung.

„Deutschland ist nicht Kriegspartei“, sagte Pistorius in der Debatte. Die Bundesrepublik werde stattdessen „alles daran setzen, zur Deeskalation beizutragen und eine weitere Ausbreitung von Gewalt einzudämmen“. Es brauche einen Plan für die Zeit nach den Kämpfen. „Die Geschichte lehrt: Kriege zu beginnen ist einfacher, als sie zu beenden.“ Das heiße im Umkehrschluss, es brauche eine klare Exit-Strategie – „und die sehe ich gerade nicht“.

Iran-Krieg aktuell: Türkei bestellt Botschafter nach Raketen-Vorfall ein

Update, 18:02 Uhr: Die Türkei hat nach dem Abfangen einer iranischen Rakete im türkischen Luftraum den iranischen Botschafter einbestellt. Er sei in das Außenministerium in Ankara einbestellt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Ihm seien sowohl die Reaktion als auch die Besorgnis der Türkei mitgeteilt worden. Außerdem habe der türkische Außenminister Hakan Fidan mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi telefoniert und darauf hingewiesen, Schritte zu meiden, die zur Eskalation der Konflikte führen könnten.

Im Iran geht der Krieg weiter – eine Rakete wurde von der NATO nahe der Türkei abgefangen. © IMAGO / Anadolu Agency + dpa | Marwan Naamani

Iran-Krieg aktuell: Reeder begrüßen Trump-Vorschlag zum Schutz der Schifffahrt

Update, 17:15 Uhr: Der Verband Deutscher Reeder (VDR) heißt die Idee einer Eskorte für die wegen des Iran-Kriegs blockierten Schiffe gut. „Um den im Persischen Golf eingeschlossenen Schiffen zeitnah die Ausfahrt aus dem Kriegsgebiet zu ermöglichen, ist ein Marine-Geleitschutz dringend notwendig“, teilte der Verband der Deutschen Presse-Agentur mit.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus – die an den Persischen Golf angrenzt – sichern zu wollen. Durch dieses Nadelöhr vor der Küste des Irans fährt rund ein Fünftel der globalen Öltransporte. „Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Update, 16:32 Uhr: Neue Details zum versenkten Iran-Kriegsschiff: 32 Matrosen konnten laut Behördenangaben nach dem US-Angriff gerettet werden. 61 Menschen würden noch vermisst. Insgesamt sollen 180 Besatzungsmitglieder an Bord gewesen sein. Zuvor hatte die Behörden in Sri Lanka mitgeteilt, die iranische Fregatte „Iris Dena“ sei gesunken. Laut Polizei wurden bislang 87 Leichen geborgen.

NATO äußert brisanten Iran-Verdacht

Update, 15:00 Uhr: Nach Einschätzung der NATO wurde die Türkei bewusst vom Iran ins Visier genommen. „Wir verurteilen, dass der Iran die Türkei ins Visier nimmt“, teilte Sprecherin Allison Hart mit. Das Bündnis stehe solidarisch zu seinen Mitgliedern und unterstütze insbesondere bei der Luftverteidigung und Raketenabwehr. Zuvor hatte ein NATO‑System eine vom Iran abgefeuerte Rakete abgefangen. Das Geschoss war nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums in Richtung des türkischen Luftraums unterwegs und hatte dabei irakisches Territorium überflogen. Teile der Abwehrrakete landeten in der Provinz Hatay auf einer freien Fläche, ohne Verletzte zu verursachen.

Dass die NATO zur Konfliktpartei wird, gilt trotz des Raketenbeschusses der Türkei als äußerst unwahrscheinlich. Generalsekretär Mark Rutte hatte am Dienstag in einem Interview des ARD-Studios Brüssel zur Frage nach einer möglichen Bündnisbeteiligung an dem Krieg gesagt, es gebe absolut niemanden, der glaube, dass die NATO daran beteiligt werde. „Das ist Iran, das ist der Golf, das ist außerhalb des NATO-Gebiets“, erklärte er mit Blick auf den Geltungsbereich der Beistandsklausel des Bündnisses. Hinzu kommt, dass alle Mitgliedstaaten einem Bündniseinsatz zustimmen müssten.

Update, 14:20 Uhr: Nach Informationen von Reuters, erklärte der amerikanische Kriegsminister Pete Hegseth inzwischen, dass die USA für das versenkte iranische Kriegsschiff vor Sri Lanka verantwortlich seien. Demnach war ein amerikanisches U-Boot im Indischen Ozean an der Aktion beteiligt. Das iranische Schiff hätte „sich in internationalen Gewässern in Sicherheit gewähnt. Stattdessen wurde es von einem Torpedo getroffen“.

Iran-Krieg aktuell: Schiff in der Straße von Hormus beschossen

Update, 13:52 Uhr: Die Straße vor Hormus ist im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg zum Nadelöhr für die Schifffahrt geworden. Weltweit wird befürchtet, dass Lieferketten nicht eingehalten werden können. Nun meldete die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO laut Reuters, dass ein Containerschiff in der Region nördlich von Oman von einem Flugkörper getroffen wurde. Demnach war der Einschlag knapp über der Wasserlinie gemeldet. Im Maschinenraum sei ein Feuer ausgebrochen.

Update, 13:36 Uhr: Nach Angaben eines Militärsprechers ist der Großraum Tel Aviv zeitgleich aus dem Iran und aus dem Libanon unter Raketenbeschuss geraten. Eine iranische Rakete sowie mehrere von der Hisbollah abgefeuerte Geschosse seien unterwegs, das israelische Militär versuche sie abzufangen. Ein Bewohner Tel Avivs schilderte massive Explosionsgeräusche. Die Polizei erklärte, in verschiedenen Teilen der Stadt seien Trümmerteile niedergegangen.

Der iranische Staatsrundfunk berichtete parallel von einer neuen Serie iranischer Raketenangriffe auf die „besetzten Gebiete“. Zudem meldeten die iranischen Streitkräfte, sie hätten im Nordirak Stellungen kurdischer Gruppen mit Raketen attackiert. In der autonomen Region Kurdistan seien Hauptquartiere „separatistischer“ Gruppierungen beschossen worden. Die Angriffe hätten am Mittwochmorgen stattgefunden.

Update, 13:17 Uhr: Nach iranischen Angaben haben die Revolutionsgarden zahlreiche israelische und amerikanische Drohnen abgeschossen. Wie der staatliche Rundfunk berichtet, seien seit Kriegsbeginn 25 israelische Hermes‑Drohnen sowie vier US‑Kampfdrohnen des Modells MQ‑9 Reaper zerstört worden. Die der Revolutionsgarde nahestehende Agentur Tasnim veröffentlichte Fotos, die angeblich Wrackteile einer Drohne mit hebräischen Aufschriften zeigen. Eine unabhängige Bestätigung dieser Informationen liegt nicht vor.

Iran-Krieg aktuell: Türkei meldet Abschuss von Rakete

Update, 12:52 Uhr: Nach Angaben der türkischen Regierung hat das Land eine iranische Rakete abgefangen, die in seine Richtung abgefeuert worden war. Überreste des Geschosses stürzten in der Provinz Hatay ab. Es gab laut offiziellen Informationen keine Verletzten.

Update, 12:42 Uhr: In Teheran hat der iranische Geheimdienst nach eigenen Angaben eine größere Menge Waffen und ausländischer Devisen beschlagnahmt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtet, wurden im Rahmen einer geheimdienstlichen Operation Schnellfeuerwaffen, Munition und Ausrüstung für Kämpfe in städtischer Umgebung entdeckt. Zudem stießen die Einsatzkräfte auf erhebliche Bargeldsummen in Euro und US‑Dollar sowie ein Starlink-Kommunikationsgerät. Die Verdächtigen seien festgenommen worden. Der Geheimdienst bezeichnete sie als „Söldner des amerikanisch‑zionistischen Feindes“, machte jedoch keine näheren Angaben zu ihrer Identität oder ihren Verbindungen.

Iran-Krieg aktuell: Geistlicher äußert sich zu Chamenei-Nachfolge

Update, 12:24 Uhr: Im Iran hat der prominente Geistliche Ahmad Chatami angesichts der anstehenden Wahl eines neuen Religionsoberhauptes um Geduld gebeten. In einem Interview mit dem Staatsfernsehen betonte er, nach der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei gebe es „keine Probleme“ bei der Staatsführung. Dennoch brauche der Prozess zur Bestimmung eines Nachfolgers Zeit. „Es ist Krieg, aber wir tun alles, was wir können“, sagte Chatami.

Der neue höchste Führer des Landes wird laut Verfassung vom Expertenrat gewählt – einem aus 88 Geistlichen bestehenden Gremium, dem auch Chatami selbst angehört. Bis zur Wahl übernimmt ein dreiköpfiges Führungsteam die Geschäfte des Staates: Präsident Masoud Peseschkian, der Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi sowie Wächterratsmitglied Aliresa Arafi.

Update, 11:42 Uhr: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht die Energieversorgung Deutschlands trotz des US-israelischen Angriffs auf den Iran nicht gefährdet. „Bei Öl gibt es keinerlei Knappheit“, sagte die CDU-Politikerin auf der Münchner Handwerksmesse. Auch der Gasmarkt zeige „keine physischen Engpässe“. Die deutschen Gasspeicher seien aktuell besser gefüllt als vor einem Jahr.

Die jüngsten Preissprünge bei Öl und Gas seien eine Reaktion der Märkte, nicht das Ergebnis tatsächlicher Lieferengpässe, betonte Reiche. Deutschland befinde sich am Ende des Winters und werde die verbleibenden Wochen „gut bewältigen“. Dennoch sei die Lage volatil. „Wir müssen beobachten, wie lange die Kriegshandlungen andauern, und werden dann mit Krisenmechanismen, die wir selbstverständlich in unserem Portfolio haben und ziehen können, reagieren. Dazu ist aber jetzt kein Anlass.“

Iran-Eskalation: Angriffe im Irak auf US-Stützpunkte – Mullah-Schiff vor Sri Lanka gesunken

Update, 11:16 Uhr: Am Mittwoch ist vor der Küste Sri Lankas ein iranisches Kriegsschiff unter bislang unbekannten Umständen gesunken. Außenminister Vijitha Herath erklärte, man habe 32 „lebensgefährlich verletzte“ Besatzungsmitglieder der Fregatte „IRIS Dena“ etwa 40 Kilometer südlich der srilankischen Küste bergen können. Eine parlamentarische Nachfrage zu einem möglichen Zusammenhang mit den US‑israelischen Angriffen auf den Iran ließ Herath unbeantwortet. Reuters meldet unterdessen, das Schiff sei durch einen Angriff eines U‑Boots versenkt worden. Mindestens 101 Menschen werden vermisst.

Update, 11:04 Uhr: Die Folgen des Iran-Kriegs reichen zunehmend in den Irak hinein. Nach Angaben lokaler Medien, die sich auf Sicherheitskreise berufen, traf heute eine Drohne einen US-Stützpunkt nahe des Flughafens von Bagdad. Es sei jedoch zu keinen Schäden gekommen. Eine pro-iranische Miliz reklamierte darüber hinaus einen Drohnenangriff auf eine US-Militärbasis in Erbil für sich und behauptete, zusätzlich ein Hotel attackiert zu haben, in dem amerikanische Soldaten wohnen.

Der Irak verfügt über eine 1500 Kilometer lange Grenze zum Iran, der dank mächtiger, ihm loyaler Milizen großen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einfluss im Land hat. Teile der schiitischen Gemeinschaft fürchten, dass ein geschwächter Iran auch ihren politischen Einfluss im Irak bedrohen könnte. Manche Experten befürchten daher neue Unruhen im Land, ausgelöst durch die Entwicklungen im Nachbarstaat.

Aktuelle Lage im Iran-Krieg: EU-Rückendeckung für Spanien im Streit mit Trump

Update, 10:39 Uhr: Die EU-Kommission hat sich im Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez über den Iran-Krieg klar auf die Seite Madrids gestellt. Ein Kommissionssprecher erklärte am Mittwoch, Brüssel stehe in „Solidarität“ mit allen Mitgliedstaaten und werde „sicherstellen, dass die Interessen der Europäischen Union gewahrt werden“. Die Kommission sei „im Rahmen der gemeinsamen Handelspolitik bereit zu handeln“. Hintergrund ist eine Drohung Trumps vom Dienstag: Der US-Präsident hatte Spanien mit einem kompletten Handelsstopp gedroht, weil das Land den Iran-Krieg nicht unterstützt.

Update, 10:21 Uhr: Verhandlungen mit den USA kommen für den Iran nicht infrage – das machte Mohammed Mochber, ein hochrangiger Berater des bei den US-israelischen Angriffen getöteten Obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei, am Mittwoch im Staatsfernsehen deutlich. Der Iran hege „kein Vertrauen in die Amerikaner“, es bestehe „keine Basis für jegliche Verhandlungen“. „Wir können den Krieg so lange fortsetzen, wie wir wollen“, so Mochber weiter.

Chamenei war am ersten Tag der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran, dem vergangenen Samstag, ums Leben gekommen. Seitdem greift der Iran als Reaktion auf die Angriffe Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion an.

Iran-Krieg aktuell: Teheran bestimmt Chamenei-Nachfolger

Erstmeldung: Teheran – Während Explosionen die Stadt erschüttern und israelische sowie amerikanische Bomben auf den Iran fallen, hat die bedeutendste Klerikerversammlung des Landes eine historische Entscheidung getroffen. Berichten zufolge wählte der iranische Expertenrat Modschtaba Chamenei, den Sohn des verstorbenen Ajatollahs Ali Chamenei, zum neuen Obersten Führer der Islamischen Republik. Diese Nachfolger-Wahl erfolgte unter dem Einfluss der mächtigen Revolutionsgarden, wie das Exilmedium Iran International berichtet.

Eine offizielle Bestätigung der Chamenei-Nachfolge aus Teheran steht noch aus. Nach dem Tod des bisherigen Obersten Führers am vergangenen Samstag hatte Israel bereits eine klare Reaktion angekündigt. Verteidigungsminister Israel Katz drohte dem zukünftigen iranischen Anführer offen mit dem Tod, unabhängig davon, „wie er heißt oder wo er sich versteckt“.

Iran-Krieg aktuell: Israel droht mit Eskalation wegen Chamenei-Nachfolger

Katz schrieb auf der Plattform X, dass jeder neue Anführer im Iran, der „um weiterhin das Programm zur Vernichtung Israels voranzutreiben, die USA, die freie Welt und die Staaten der Region zu bedrohen und das iranische Volk zu unterdrücken, wird ein eindeutiges Ziel für eine Eliminierung sein“. Gemeinsam mit den USA wolle man „die Fähigkeiten des Regimes zu zerschlagen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das iranische Volk es stürzt und ersetzt“.

Diese Drohung richtet sich nun konkret an Modschtaba Chamenei. Laut übereinstimmenden Berichten von Iran International und der israelischen Zeitung Haaretz wurde er vom 88-köpfigen Expertenrat zum neuen Obersten Führer gewählt. Der Einfluss der Revolutionsgarden war dabei entscheidend. Eine offizielle Bestätigung aus dem Iran steht noch aus. Die New York Times hatte Modschtaba bereits im Vorfeld als Favoriten gesehen.

Modschtaba Chamenei ist bekannt für seine harte Linie und seine engen Verbindungen zu den Revolutionsgarden, bei denen er im Iran-Irak-Krieg um 1987 diente. Laut New York Times hat er im Schatten seines Vaters agiert und sein politisches Netzwerk gezielt gestärkt. 2005 soll er den Wahlsieg des Hardliners Mahmud Ahmadinedschad zum Präsidenten unterstützt haben. Allerdings fehlt ihm das religiöse Prädikat des „Mardscha“, das höchste klerikale Amt im schiitischen Islam, das auch seinem Vater bei dessen Wahl 1989 fehlte.

Iran-Eskalation geht weiter: USA versenken bei Angriffen 17 Kriegsschiffe

Nach den Angriffen auf den Iran und dem Tod von Chamenei begannen bereits am Wochenende Spekulationen über die Nachfolge. Zu den ursprünglich diskutierten Alternativen zählten laut New York Times auch der Kleriker und Jurist Aliresa Arafi sowie Hassan Chomeini, ein Enkel des ersten Revolutionsführers. Beide gelten als moderat und streben eher einen Ausgleich mit der internationalen Gemeinschaft sowie eine kompromissbereitere Haltung in der Atomfrage an. Mit der Wahl Modschtabas haben sich die Hardliner durchgesetzt.

Während die Nachfolgefrage intern entschieden wurde, eskalierte der Konflikt weiter. Die US-Streitkräfte berichteten, dass sie innerhalb von weniger als 100 Stunden fast 2000 Ziele im Iran angegriffen haben. Admiral Brad Cooper, Chef des US-Regionalkommandos Centcom, erklärte in einem auf X veröffentlichten Video, dass dabei auch 17 iranische Kriegsschiffe zerstört wurden, darunter das einsatzfähigste U-Boot des Landes.

Im Persischen Golf, in der Straße von Hormus und im Golf von Oman gibt es nun kein einziges iranisches Schiff mehr. „Diese Kräfte haben eine massive Schlagkraft und stellen das größte Militäraufgebot der USA im Nahen Osten seit einer Generation dar“, sagte Cooper.

Iran-Krieg aktuell: Israel intensiviert Angriffe auf Teheran – Mullahs rächen Chameneis Tod

Der aktuelle Iran-Krieg eskaliert weiter. Israels Militärsprecher Effie Defrin berichtete von über 1600 Luftwaffeneinsätzen mit rund 4000 eingesetzten Geschossen seit Kriegsbeginn. Dieses Ausmaß übertrifft bereits den gesamten zwölftägigen Krieg vom Juni des Vorjahres. Rund 300 Raketenabschussrampen im Iran wurden zerstört. Eine „breit angelegte Angriffswelle“ traf erneut Abschussrampen und Luftabwehrsysteme. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete Explosionen in Teheran.

Der Iran reagierte mit dem Abschuss von mehr als 500 ballistischen Raketen und über 2000 Drohnen auf Israel und dessen Verbündete. Eine ballistische Rakete traf den US-Stützpunkt Al-Udeid in Katar, den größten amerikanischen Militärstützpunkt im Nahen Osten. Das katarische Verteidigungsministerium erklärte, dass niemand verletzt wurde. Zudem wurden in Katar zehn mutmaßliche Spione der iranischen Revolutionsgarden festgenommen: Sieben sollen Informationen über die militärische Infrastruktur des Golfstaats gesammelt haben, während drei weitere für Sabotageakte ausgebildet wurden und im Umgang mit Drohnen geschult waren.

Sorge vor Folgen des Iran-Kriegs: USA verfügen nicht „über einen unbegrenzten Vorrat“ an Munition

In Washington wächst die Sorge über die Nachhaltigkeit der Luftabwehr. US-Senator Mark Kelly, Mitglied des Streitkräfte-Ausschusses, warnte laut CNN, dass die USA nicht „über einen unbegrenzten Vorrat“ an Munition verfügen. Angesichts der großen iranischen Vorräte an Kamikaze-Drohnen und Raketen werde dies irgendwann zu einem „mathematischen Problem“ und stelle die Frage, wie die Luftabwehr-Munition wieder aufgestockt werden könne. Die US-Angaben zu den Angriffen ließen sich nicht unabhängig überprüfen. (fbu mit Agenturen)

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